Wissenswertes über Stahl- und Aluminiumzäune!

 (bitte sorgfältig lesen!)

      Themen:

1. Verzinkung (Verfahren und Wirkung)

2. Erscheinungsbild von verzinkten Flächen

3. Pulverbeschichtung (Verfahren und Wirkung) 

4. Oberflächenbeschaffenheit (Qualität)

5. Schnittstellen

6. Materialtoleranzen

7. Flugroste auf Edelstahl

 

1. Verzinkung (Verfahren und Wirkung)

1.1. Galvanische Verzinkung nach DIN EN ISO 2081 Die galvanische Verzinkung ist ein elektrolytisches Beschichtungsverfahren, welches den Korrosions- und Verschleißschutz erhöht. Metalle erhalten einen schönen Glanz und ein hochwertiges Aussehen. Die Zinkauflage beträgt nur 2,5 bis 20 μm. (0,0025 bis 0,02 mm) Diese Art der Verzinkung wird häufig bei Schrauben und Unterlegscheiben angewendet. Der Korrosionsschutz ist mäßig und allein für Zaunelemente aus unserer Sicht nicht geeignet.

1.2. Sendzimir-Verzinkung nach DIN EN 10 346 Die Zinkauflage wird beidseitig, im Durchlauf durch ein Zinkbad aufgebracht.  Sendzimirverzinkte Zäune, werden aus verzinkten Rundstäben verschweißt. Durch das nachträgliche Verschweißen verbrennt ein Teil des Zinkes im Schweißbereich. Ein Korrosionsschutz kann hier nur durch eine nachträgliche zusätzliche Korrosionsbehandlung gewährleistet werden. Zum Beispiel durch eine zusätzlich Pulverbeschichtung. Der Korrosionsschutz ist besser als bei der galvanischen Verzinkung, aber nicht optimal.

1.3. Feuerverzinkung EN ISO 1461 (Tauchfeuerverzinkung)

Unter Feuerverzinkung versteht man das Aufbringen eines metallischen Zinküberzugs auf Eisen oder Stahl durch Eintauchen in ein geschmolzenes Zinkbad. Dies geschieht bei einer Temperatur von ca. 450°C. An der Berührungsfläche bildet sich eine sehr widerstandsfähige Legierungsschicht aus Eisen und Zink und darüber eine sehr gut haftende reine Zinkschicht (Einzelheiten sind in der DIN EN ISO1461 geregelt). Der Zink dient als Opferanode, welche das darunter liegende Eisen solange vor Korrosion schützt, bis es selbst vollständig korrodiert ist. Die Schichtdicke ist abhängig von der Materialstärke und beträgt nach DIN EN ISO 1461 bis 1,5 mm Materialstärke 45 μm, bis 3 mm Materialstärke 55 μm und bis 6 mm Materialstärke 70 μm. Die Zinkstärke ist 3 bis 10 mal so hoch wie bei der galvanischen Verzinkung. Der Korrosionsschutz ist somit auch deutlich höher und die erste Wahl für unsere Zäune.

Anmerkung: Alle von uns gefertigten Stahlzäune werden feuerverzinkt.

1.4. Fehlstellen in der Zinkoberfläche 

In der DIN EN ISO1461 sind unter anderem Sachverhalte wie die Maximalgröße einer Fehlstelle, welche nach dem Feuerverzinken mit Zinkstaubfarbe oder dem Verfahren des Thermischen Spritzens ausgebessert werden darf ( 0,5% der Werkstückoberfläche), geregelt. Fehlstellen können auf Grund von vielen Faktoren auftreten. Die häufigste Ausbesserungsmethode ist das Ausbessern mit Zinkstaubfarbe unter Zuhilfenahme eines Pinsels. Zur Anwendung werden Zinkstaubfarben mit einem Zinkgehalt von mindestens 90 % verwendet. Kleine Fehlstellen führen nicht zwingend zur Rostbildung.

2. Erscheinungsbild von verzinkten Flächen

Die Oberfläche einer galvanischen Verzinkung ist häufig glänzend silber.

Die Oberfläche einer Feuerverzinkung kann glänzend silber, hellgrau oder dunkelgrau aussehen. Auch nachträglich kann sich die Optik der verzinkten Oberfläche verändern. Durch äußerliche Einflüsse (Nässe und Sauerstoff) kann sich auf feuerverzinkten Teilen Weißrost bilden. Aufgrund des oft deutlich großen Volumens von Weißrost, entsteht häufig der irreführende Eindruck von umfangreicher Korrosion. Doch in der überwiegenden Mehrheit der Weißrostfälle ist keine ernsthafte Verschlechterung der Zinkschicht und auch nicht eine Verringerung der zu erwartenden Lebensdauer des Produkts zu erwarten. Sofern die Bauteile (Zäune, Pfosten) später nachlackiert werden, kann oberflächlicher Weißrost ignoriert werden. In den meisten Fällen werden sich oberflächliche Ablagerungen von Weißrost, wenn sie natürlichen Umweltbedingungen ausgesetzt sind, farblich anpassen und nach einiger Zeit verschwinden. Vor einer Pulverbeschichtung muss Weißrost jedoch entfernt werden, da sonst die Haftung der Lackfarbe darunter beeinträchtigt sein könnte.

Anmerkung: Eine Verzinkung dient in erster Linie als Korrosionsschutz und nicht zur optischen Verschönerung des Materials.

Durch die starke Zinkschicht der Feuerverzinkung können Läufer, Krater, Bläschen, Einschlüsse und Farbunterschiede in der Oberfläche entstehen. Bei unseren Zäunen werden nur die gröbsten Unebenheiten auf der Oberfläche beseitigt (geschliffen). Wir halten es für kontraproduktiv, erst eine Oberfläche durch Verzinkung korrosionsbeständig zu machen, und später die kostenintensive Verzinkung wieder abzuschleifen. Alle hier beschriebenen Eigenschaften von verzinkten Flächen sind daher kein Mangel und vom Kunden zu tolerieren.

Anmerkung: Wir geben der starken Zinkschicht und dem damit verbundenen optimalen Korrosionsschutz, Vorrang vor einer glatt geschliffenen Oberfläche.

3. Pulverbeschichtung

Zur Pulverbeschichtung wird das Lackpulver elektrostatisch geladen und trocken (100 % lösemittelfrei) mittels spezieller Sprühpistole auf das Werkstück gesprüht. Das geerdete Bauteil zieht die geladenen Pulverteilchen an.

Eine weitere Applikationsmethode ist das Wirbelsintern. Wirbelsintern appliziert Pulverlack durch ein Wirbelbett. Man erreicht hohe Schichtdicken mit diesem Verfahren. Es wird häufig bei Draht- und Gitterzäunen eingesetzt.

Danach folgt die Verbindung des Pulverlacks und die Aushärtung im Industrieofen bei je nach Anforderung rund 150 bis 200 °C.

Bei der Pulverbeschichtung wird der Synergieeffekt aus verzinktem Grundmaterial und anschließender Pulverbeschichtung genutzt um eine hohe Korrosionsschutzdauer nach DIN EN ISO 129441 zu erreichen. Verzinkung mit anschließender Pulverbeschichtung nennt man auch Duplexverfahren.

Anmerkung: Eine Pulverbeschichtung dient in erster Linie als Korrosionsschutz und nicht zur optischen Verschönerung des Materials.

4. Oberflächenbeschaffenheit (Qualität)

Alle Eigenschaften, die unter Punkt 2 beschrieben sind, wirken sich auch auf die Oberfläche der pulverbeschichteten Bauteile aus (Läufer, Krater, Bläschen, Einschlüsse, Pickelchen). Durch die Temperaturbehandlung (bis 200 °C) können auf dem verzinkten Untergrund Ausgasungen entstehen. Hierdurch wird eine Bläschenbildung auf dem pulverbeschichteten Untergrund erzeugt. Diesen Effekt konnten wir besonders auf feuerverzinkten Bauteilen, die braun pulverbeschichtet sind, feststellen. Andere Farben sind weniger betroffen. Diese Eigenschaften sind kein Mangel und vom Kunden zu tolerieren.

Auf dem Transport vom Beschichter zum Händler und von dort zum Kunden, bei der Verarbeitung und Montage der Bauelemente, entstehen trotz großer Sorgfalt im Umgang mit dem Material, sehr leicht Kratzer und Abschürfungen an den pulverbeschichteten Teilen. Diese können sehr leicht mit Lackspray oder einem Lackstift nachgebessert werden. Eine vorzeitige Rostbildung muss hier nicht befürchtet werden. Pickelchen, Bläschen, Einschlüsse sind oft nach der Verzinkung kaum erkennbar, werden jedoch durch die Pulverbeschichtung optisch deutlich hervorgehoben. Diese Eigenschaften sind kein Mangel und vom Kunden zu tolerieren.

Zur Beurteilung der Qualität der Oberfläche bei Stahl und Aluminium:

Zur visuellen Prüfung von beschichteten Oberflächen sind Bauteile im Außenbereich aus einem Abstand von mindestens 5 m zu beurteilen. Hier muss das Erscheinungsbild, im Ganzen betrachtet, in Ordnung sein. Untergrundunebenheiten, welcher Art auch immer, sind für die Beurteilung der Qualität einer pulverbeschichteten Oberfläche nicht von Bedeutung, da durch die voran gegangene Feuerverzinkung die Oberfläche mehr oder weniger uneben ist. Daran erkennt man das Duplexverfahren. Die Oberfläche darf hierbei nicht mit der Güte einer Autolackierung verglichen werden.

5. Schnittstellen können bei der Montage mit Rostschutz behandelt und mit Lack nachbehandelt werden. Hier besteht keine Gefahr der vorzeitigen starken Rostbildung.

6. Materialtoleranzen: Stabgitterzäune und unsere Schmuckzäune werden aus gewalztem Stahl hergestellt. Im Gegensatz zum erheblich teureren „gezogenen Rundstahl“, kann es hier zu leichten Materialkrümmungen kommen. Laut Betriebsnorm sind diese Maßtoleranzen im Rundstahl (+-4 mm auf einer Länge von 1000 mm) keine Mängel.

7. Flugrost auf Edelstahl: Edelstahlschrauben bieten den größten Schutz gegen Korrosion. Eine Bildung von leichtem Flugrost in der Oberfläche kommt aber auch hier gelegentlich vor.  

 

Diese Hinweise und Themen sind Bestandteil unserer umfassenden Beratung.

Die hier aufgeführten Themen können auch im Internet unter den entsprechenden DIN-Verordnungen nachgelesen werden.

 

Wir hoffen, mit diesem Text, Ihnen das Thema Stahlzaun, Aluminiumzaun,Verzinkung und Pulverbeschichtung ein wenig näher gebracht zu haben.

Ihre Krech-Zäune GmbH

Stand  01.03.2017